Buchbesprechungen

Andrea Bajani - Das Leben hält sich nicht ans Alphabet

Der 1975 in Rom geborene Autor erweist sich in diesen achtunddreißig Prosaminiaturen von zwei bis drei Seiten Länge als ein Magier, der in einer teils sehr poetischen Sprache wundervolle Geschichten erzählt, die zwischen Realität und Phantasie hin- und herpendeln. In „Confessione“ (Konfession, Geständnis, Beichte) etwa hinterlässt eine Frau in einem Bahnabteil einem Fahrgast ihr Herz, das pochend auf dessen Beinen liegt. Oder ein Mann muss während des Geburtsprozesses seines ersten Sohnes ständig an den Hund seiner Tante denken („Amore“, Liebe), ein Professor gerät in einer Bäckerei wegen eines falschen Zehn-Euro-Scheins in eine peinliche Situation und tauscht den dann auf der Straße, wo er einem seiner Studenten und dessen Liebhaber begegnet, gegen fünf Euro und ein paar Cents ein (Vulpe, Fuchs). „Das Leben hält sich nicht ans Alphabet“ ist einfach ein hinreißend schönes Buch.


dtv 2016, 223 S., 16 Euro

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