Buchbesprechungen

Adriaan van Dis - Das verborgene Leben meiner Mutter

Mutter-Sohn-Beziehungen sind immer besonders, wie auch dieser offensichtlich autobiographisch geprägte Roman zeigt. Ein Autor spricht hier mit seiner beinahe hundertjährigen Mutter über ihr Leben, das er in einem Buch verarbeiten möchte. Dabei ist die Abmachung, dass die störrische Frau Geschichten gegen Pillen liefert, mit denen sie ihrem Leben ein Ende setzen will. Es ist ein Kampf von Mutter und Sohn, wobei letzterer versucht, seiner abweisenden Mutter endlich näher zu kommen und sie zu verstehen. So entsteht das mosaikartige Porträt einer Frau, die sehr esoterisch ist und insbesondere in ihrer Zeit in Niederländisch-Ostindien im 2. Weltkrieg stark gelitten hat. Zugleich ist dieser eindringliche Roman ein Buch über das Altern und seine Folgen, insbesondere den körperlichen Verfall.

Droemer 2016, 285 S., 19,99 Euro

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