August 2018

Graspop Rückblick

Man kann‘s ja wirklich übertreiben, aber im Falle vom belgischen Graspop will man das irgendwie. Jahr für Jahr übertrifft man sich in Sachen Line-Up um ein weiteres, so auch 2018. Gleich 4 Tage sollten es dann gleich sein, und die hatten es in sich. Gleich 4 Tage sollten es dann gleich sein, und die hatten es in sich. Zuerst die wichtigste Meldung: Durch den Jahrhundertsommer gehen bislang alle Festivals dieses Jahr mit Top-Wetter über die Bühne. Zum Graspop senkt sich die Temperatur zwar ordentlich, aber so schmilzt man tagsüber nicht und muss auch nicht mit Schneestiefeln oder einem Boot über das Gelände.

 

Nachdem man mal eben 4 große Headliner und ein überirdisches Tages-Line-Up bekannt gegeben hatte, war es nicht verwunderlich, dass das Graspop nun das allererste Mal komplett ausverkauft war. Wochenendtickets, Tagestickets: Nix ging mehr. Das merkte man auch schnell auf dem Zeltplatz, auf dem sich schnell alles übereinander stapelte, aber dennoch geordnet blieb. Auf dem Gelände war es angenehm gefüllt, aber nur einmal wurde es richtig knackevoll.
Die Headliner auf der riesigen Doppelbühne: Wer Guns N‘Roses, Ozzy Osbourne, Iron Maiden und mit Abstrichen Volbeat (die waren bei einigen anderen Dates wiederum Vorgruppe bei den Gunners) bucht, der hat was vor.

 

Guns N‘Roses spielten am Donnerstag dann auch gleich mal 3,5 Stunden, waren in Top-Form, hatten Bock und die mittlerweile bekannte opulente Show dabei, welche bei anderen Gigs ein großes Loch in die Geldbörse reißt, hier aber beim Festival einfach mal inklusive ist. Wir haben‘s bereits 3 x gesehen, und es war jedes Mal mitreißend! Nur einige Gäste waren wohl auf das abendfüllende Brett nicht vorbereitet oder waren vom Campinggerümpel schleppen zu erschöpft und so lichtete sich die Masse in den hinteren Reihen zum Ende der Show ein wenig.

 

Bei Iron Maiden am Freitag war die Bude dann auch wirklich voll. Die Band wird von Tour zu Tour besser (trotz den 60 Lenzen, die die Band im Schnitt auf der Uhr hat!) und übertrifft sich immer wieder mit ihrer Bühnenshow. Das wissen die Besucher wohl zu schätzen und so ist wohl niemand mehr auf dem Zeltplatz, als die Briten das riesige Festivalgelände abreißen. Großartig!
Volbeat spielen am Samstag dagegen eher eine erdige Rockshow, ganz nach dem Geschmack vom Publikum, das eine riesige Party feiert. Die letzte Headliner-Ehre bekommt am Sonntag Ozzy Osbourne. Er hoppelt zwar wie ein putziges kleines Kind über die Bühne und verzettelt sich auch manchmal, aber am Ende liefert Ozzy ab. Mit einer fantastischen Band, Lasern und einer Best of Show vom allerfeinsten.


Alleine das Programm hätte schon gereicht, um ins belgische Dessel zu pilgern. Aber da waren ja noch über 100(!) andere Hochkaräter. Ghost sind weiter am Senkrechtstarten und ließen ihre Masken in der Nachmittagssonne glänzen, Judas Priest traten mit dem an Parkinson erkrankten Glenn Tipton auf, Marilyn Manson hatte einen sehr guten(!) Tag, Parkway Drive feuerten Pyrotechnik für Jahrzehnte in einer Stunde ab, Alice Cooper, Joe Perry und Johnny Depp schauten mit ihren obercoolen Hollywood Vampires vorbei und machten Späßchen mit dem zuvor aufgetretenen ICE-T, Limp Bizkit ließen eine crowdsurfende Rollstuhlfahrerin mit auf die Bühne, Killswitch Engage, Black Stone Cherry, Arch Enemy, Rise Against, Megadeth, Billy Talent, Bullet for my Valentine, Avenged Sevenfold und Kreator überzeugten im Vorabendprogramm und A Pefect Circle beschließen das Festival Sonntag Nacht mit magischer (wenn auch etwas kurz geratener) Show und anschließendem Feuerwerk. Bodycount machten mit ICE-T schon nachmittags den Platz voll und sind noch cooler als alles andere.


Auch die beiden Zeltbühnen sowie die „kleine“ Open Air Bühne können liefern: Ayreon spielten die einzige Show in 2018 und feuerten die gesamte Show Pyro und ein Feuerwerk an Gästen ab (Sänger Damian Wilson surft wahrscheinlich heute noch auf ehemaligen Zuschauern irgendwo in Belgien herum) und machten das riesige „Marquee“ bis auf den letzten Quadratzentimeter voll, Meshuggah, Dead Cross, Watain, Bloodbath, Corrosion of Conformity, At the Gates, Exodus und Lacuna Coil bringen das Zelt ebenfalls fast zum platzen. Der etwas kleinere „Metal Dome“ sah dieses Jahr aus wie eine riesige Kathedrale und ist auch ohne Bands eine Augenweide. Das machten sich Baroness, Neurosis, Sons of Apollo, Thundermother, The Darkness, Dool, Kataklysm, Tesseract, The Contortionist, Pist.On und Skindred zu Nutze und hatten in der Totale ein wunderschönes Setting, während auf der „Jupiler Stage“ nebenan Madball, L7, Less than Jake, Underoath und viele andere überzeugten.


Ein großer Metal Markt, eine eigene Food Truck Ecke, Auto Scooter, ein günstiges Riesenrad mit atemberaubendem Ausblick auf das große Festivaltreiben und die beklopptesten Spiele überall auf dem Infield sorgten dafür, dass es auch nicht eine Sekunde langweilig wurde. Über die Getränke- und Futterpreise sollte man nicht so genau nachdenken, denn die reißen nachwievor ein Meteroiten-großes Loch ins Budget. Dafür gibt’s inflationär Bands um die Ohren, die alleine schon stattliche Preise aufrufen, eine wie immer entspannte und extrem nette Security (die auch mal klatscht und für alles ein Ohr –oder auch mal Ohrproppen– hat), ein kompaktes Gelände und einen Höllenspaß. Das Graspop 2019 geht am 21.-24.06. über die Bühne und wir werden garantiert vor Ort sein. www.graspop.be

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