August 2017

Ursprünglich was es von den Planern ja so gedacht: Die neue US Präsidentin Clinton schaut in Hamburg vorbei, die Olympiade in Hamburg wurde eingetütet und nun macht Angie Seite an Seite mit ihr ein bisschen Werbung dafür und wir retten noch ein wenig die Welt. Nunja. Die Olympiade ist futsch und stattdessen kommt mit Trump eine der streitbarsten und größten Politikpfeifen der Geschichte in die Hansestadt. So kam es, das die Staatschefs Seite an Seite mit Diktatoren und Autokraten durch die Stadt hoffiert wurden, ein nettes Dinner hatten und ein schickes Konzert in der „Elphi“ gesehen haben. Der G20 Gipfel ist irgendwie weder während, noch hinterher Thema. Die dämlichste Idee des Jahrzehnts, diesen mitten in Hamburg abzuhalten, endete wie wir alle wissen in einem absolut unnötigen Chaos und dem größten Polizeieinsatz der Nachkriegsgeschichte. Auf der einen Seite: Hipster, Partytouristen, Stressmacher, Linke, Rechte, Radikale aus dem In- und Ausland und weiß ich, die aufeinandertreffen und Teile der Stadt zerstören, Autos und Geschäfte aller Klassen anzünden und gröhlen „Ganz Hamburg hasst die Polizei“. In der Schanze wird fast schon militärisch ein Hinterhalt geplant, wo von Hausdächern Pflastersteine und Molotowcocktails auf die Köpfe der Polizei regnen sollten. Nebenbei räumen Horden der oben Erwähnten ganz antikapitalistisch allerhand Läden aus und schleppen Laptops, iPhones und teure Schminke in Einkaufskörben nach Hause. Es ist für Außenstehende nur schwer verständlich, wenn man „Anticapitalista“ brüllt und dann Coca Cola trinkend mit Adidas und Converse Klamotten zu McDonalds zum Essen geht und dabei erst mal die RayBan Sonnenbrille hochschieben muss. Wird auch nicht besser, wenn Flora Vertreter Beuth sagt, er hat Sympathien für solche Aktionen. Aber „doch bitte nicht im eigenen Viertel sondern in Blankenese“. Auf der anderen Seite Polizisten (alle ohne Nummern), die Menschen im Chaos verwechselten und teils Anwohner niederschlugen oder umliefen, Reporter umsäbelten oder völlig überzogen auf einzelne Demonstranten einprügelten. Dicke Rüstungen, sehr hohe Temperaturen, ständige Bedrohung, kaum Pausen bei 20 Stunden Schicht und kaum Schlaf helfen allerdings auch nicht wirklich. Insgesamt war die Situation zu komplex, um sie mal eben in ein paar Sätzen auseinander zu klabüstern. Dennoch haben die allermeisten Polizisten einen tollen Job unter diesen schlimmen gemacht. Und die überwiegende Zahl der Demonstrationen was friedlich und vor allem Samstag war man absolut deeskalierend unterwegs. Und wir sind nun mal ein Rechtsstaat. Gewaltenteilung: Legislative, Judikative, Exekutive und so. Die „Bild“ ist dagegen eher der Wilde Westen. Unschuldsvermutung kippen wir mal über Bord und zeigen 18 Gesichter ohne belegbaren Zusammenhang. Headline: „Gesucht“. Und nach Möglichkeit gleich am nächsten Baum aufzuhängen. Unter anderem stellt sich dann angeblich ein Kevin. Wohnt bei Omi und hat keinen Schimmer, was G20 eigentlich ist. Kannste dir eigentlich auch nicht besser ausdenken. Aber dennoch hat solch eine populistische Medienaktion nur ein Ziel: Auflage und Menschen gegeneinander aufhetzen. Und alles was eine gute Sache, eine gute Idee ist, geht wieder nur in sinnlosen und selbstgerechten Scharmützeln mit der Polizei unter. So verpuffen am Ende die berechtigten Demonstrationen, alle Beteiligten werden von der jeweils anderen Seite als Schuldige gesehen und es gibt ausschließlich Verlierer nach einem absolut sinnlosen G20-Gipfel.

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