Freunde, Genossen!

Laßt nicht die roten Hähne flattern vor der Zeit! Aber jetzt ist es soweit: Die SPD mit Martin Schulz an der Spitze hat die soziale Frage gestellt – es geht um arm und reich in unserem Land: Wessen Straße ist die Straße? Wessen Welt ist die Welt?

Unsere! Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre, nehmt die Gewehre zur Hand! Jagt die faschistischen Räuberheere … aber trotz der gradezu revolutionären Stimmung im Land, fällt mir ein Gedicht von Erich Mühsam ein, dass dieser 1907 der deutschen Sozialdemokratie gewidmet hat (unsere Betriebssingegruppe „Gustav Noske“ intoniert die Verse auch gerne zur Kaffeezeit in der Kantine, falls mal jemand vorbei schauen möchte, ist er herzlich eingeladen … ):

War einmal ein Revoluzzer,
Im Zivilstand Lampenputzer;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: ‚Ich revolüzze!‘
Und die Revoluzzermütze
Schob er auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
Mitten in der Straßen Mitten,
Wo er sonsten unverdrutzt
Alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Barrikadenbaus.

Aber unser Revoluzzer
Schrie: ‚Ich bin der Lampenputzer
Dieses guten Leuchtelichts
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen,
Kann kein Bürger nichts mehr sehen,
Laßt die Lampen stehn, ich bitt!
Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!‘

Doch die Revoluzzer lachten,
Und die Gaslaternen krachten,
Und der Lampenputzer schlich
Fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich, wie man revoluzzt
Und dabei doch Lampen putzt.

Erich Mühsam

Freundschaft!

Freunde, Genossen!

See you …
mit besten Grüßen

J. Stoeckicht

für das After Dark-Team

mitteilen




 
nach oben