Kühe ausgewiesen

Unter der diplomatischen Krise zwischen der Türkei und EU-Staaten hat nun auch das Rindvieh zu leiden. Der türkische Zuchtverband kündigte an, 40 niederländische Kühe des Landes zu verweisen. Sollten die Niederlande die Kühe nicht zurücknehmen, würden sie geschlachtet und ihr Fleisch verteilt. Die Türkei werde von nun an eigene Kühe züchten, sagte der Verbandssprecher. Ein Kuh-Embargo hätte auch für deutsche Rinderzüchter Auswirkungen, ist doch die Türkei der wichtigste Importeur außerhalb der EU. Droht ein Handelskrieg? In einem Handelskrieg sind meist Unschuldige die ersten Opfer. In diesem Fall die Rinder. Was übersehen wird: Die Domestikation des Auerochsen – alle unsere Hausrinder stammen von ihm ab - vor ca. 10.000 Jahren in Anatolien, war ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Erst das Hausrind machte die heutige Zivilisation möglich. Wenn wir also, in welchem politischen Zusammenhang auch immer, auf ein Rind schauen, sollten wir es als hohes Kulturgut betrachten und es entsprechend würdigen. Kulturgüter gehören geschützt und verdienen eine respektvolle Behandlung. Da sollten kleinliche Passfragen keine Rolle spielen. Im Übrigen: In jeder holländischen Kuh finden sich anatolische Wurzeln. Da sollte die doppelte Staatsbürgerschaft für Rinder kein Problem sein.

Aber Spass  beiseite: In der Türkei werden Oppositionelle entlassen und eingeknastet, die Meinungsfreiheit ist komplett ausgehebelt. Verwaltung, Politik, Polizei und Militär  sind gleichgeschaltet und gegen die kurdische Bevölkerung wird ein brutaler Krieg geführt. Unser Kollege Deniz Yücel, Redakteur der Welt, ist immer noch inhaftiert.

Man fragt sich natürlich schon, was denn eigentlich noch in der Türkei passieren muß, damit die Bundesregierung und die Europäische Union endlich die milliradenschwere Subenventionierung der Erdogan-Regimes einstellen.

 

Es gilt wie immer: Augen auf beim Eierlauf!

Wir wünschen Euch einen sonniges April und fröhliche Ostern!

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