Was soll ich sagen?

Das Thema ist in aller Munde, der Headliner seit Wochen - genau, ich rede vom Diesel. Ich will jetzt nicht über die Auto-Lobby und ihre Betrügereien reden, das haben andere schon und besser gemacht. Mir geht es da eher um etwas anderes. Was mir in der ganzen Debatte so fehlt sind drei Buchstaben: LKW.
Immer wenn ich mich aus meiner neuen Wohnstatt in Kiel zur Arbeit ins Herz Schleswig-Holsteins und zurück bewege, also 10 Mal pro Woche, ist etwa jedes vierte bis fünfte Fahrzeug auf der Autobahn – genau, ein LKW oder Transporter. Und die fahren bekanntlich mit Dieselmotoren, mal abgesehen von den neuen Elektro-Streetscootern der Post – die hab ich aber noch nicht gesehen. Mit der Einstellung der Lagerhaltung und der Verlagerung der Güter auf die Straßen ein alltägliches Bild. Nur leider taucht das nirgendwo auf oder so am Rande, dass ich das nie mitgeschnitten habe. Zugegeben: Ich schaffe es auch oft nicht, emails, die schon drei mal hin und her gegangen sind, bis zum Ende zu lesen. Aber über LKWs wird im Zusammenhang mit dem bösen Diesel trotzdem nicht gesprochen.
Den ausufernden Transport ausufernder Warenmengen auf den Straßen finden offensichtlich alle toll, nur die nahezu durchgängigen Baustellen im Sommer beinträchtigen die Lust an der „freien Fahrt für freie Bürger“ ein wenig.
In meiner neuen Wahlheimat Kiel jedenfalls ist die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid mittlerweile größer als in Berlin – yeah Bundeshauptstadt Kiel. Sollte da womöglich auch der Schiffs-und Güterverkehr eine Rolle spielen, der sich täglich von den Fähren runter und auf sie drauf wälzt?
Mich erinnert die ganze Debatte um den Diesel an die um Butter und Margarine. Als langjährige Dieselfahrerin bin ich vor etwa acht Jahren (da war auch wieder so ein umgekehrter Diesel-Hype) auf Benziner umgestiegen. Und jetzt bleib ich dabei, fahre das ganze Jahr Winterreifen und träume davon, irgendwann eine zufriedene Fahrrad-Fahrerin zu werden.

Na denn …
mit besten Grüßen

Karla Kroll
für das After Dark

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